Historische Eisenbahnbrücke führt RS1 über die Ruhr Richtung Duisburg

OB Scholten: Zwei bedeutende Radwege kreuzen sich in Mülheim. Neues 1,2 Kilometer langes Teilstück eröffnet.

Der Oberbürgermeister der Stadt Mülheim Ulrich Scholten und der Verkehrsminister des Landes Nordrhein-Westfalen Hendrik Wüst haben heute in Mülheim an der Ruhr ein neues Teilstück des Radschnellweges RS1 freigegeben. Der 1,2 Kilometer lange Streckenabschnitt führt über eine historische Eisenbahnbrücke über die Ruhr bis zur Hochschule Ruhr West. In Mülheim verbindet der RS1 als Rad- und Fußweg nun die Hochschule mit der neuen Ruhrpromenade, dem Rathausmarktplatz und dem Hauptbahnhof. Die Landesregierung fördert den Bau des RS1-Abschnittes mit sechs Millionen Euro aus Mitteln der Bund/Länder-Gemeinschaftsaufgabe ‚Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur‘.

Die Eröffnung des neuen Teilstücks wurde live im Internet übertragen. Hier geht's zum Video: http://www.facebook.com/MuelheimRuhr/videos/2154077638039792.

Fotos: Walter Schernstein

„Der Fahrradverkehr wird immer mehr auch zum Pendlerverkehr. Mehr Menschen fahren heute mit dem Fahrrad und dem Elektrorad auch zur Arbeit. Deshalb ist es wichtig, dass wir die Radverkehrsinfrastruktur weiter stärken und überall im Land daran arbeiten, die Lücken im Radwegenetz zu schließen“, sagte Verkehrsminister Hendrik Wüst.

„Der Radschnellweg RS1 ist auch in städtebaulicher Hinsicht wegweisend für die Region“, so Mülheims Oberbürgermeister Ulrich Scholten. „Der nun eröffnete Abschnitt des Radschnellweg Ruhr RS1 wird ab dem Mülheimer Hauptbahnhof in Richtung Ruhr als Teil des Radweges Rheinische Bahn zunächst über einen stark begrünten Bahndamm geführt, bevor er auf den denkmalgeschützten Bahnbögen bis zur Ruhr und jetzt über die Ruhrbrücke gelangt. So werden die Radfahrer und Fußgänger mitten durch das Herz Mülheims geführt und können den Ausblick in die Innenstadt, auf das Rathaus, die Ruhrpromenade und auch auf die Ruhr genießen. Aufgrund dieser prominenten Lage wurde der Rad- und Fußweg nicht als bloßer Durchgangsraum, sondern als Hochpromenade und Mischverkehrsfläche mit Aufenthalts- und Sitzmöglichkeiten und einem Stadtbalkon geplant. Trotzdem wird mit einer durchgängigen Wegebreite von mindestens sechs Metern der hohe Standard des Radschnellweg Ruhr RS1 gehalten“, freut sich OB Scholten. Eine weitere Besonderheit hebt Scholten hervor: „Alleine in Mülheim, direkt an der Ruhr und citynah, kreuzen sich der aus dem Sauerland kommende Ruhrtal Radweg und der Radschnellweg RS1“.

2016 wurde die fünf Kilometer lange Strecke des Radschnellwegs 1 von der Stadtgrenze Essen zum Hauptbahnhof Mülheim eröffnet. Im Oktober 2017 folgte die Freigabe des 600 Meter langen Teilstücks bis zur Ruhrbrücke für den Radverkehr. Wie bereits der erste Teilabschnitt verläuft der Radweg auf der stillgelegten Trasse der Rheinischen Bahn und zwar auf diesem Abschnitt hoch über Straßenniveau, denn der Radweg wird hier über das Stadtviadukt geführt.

Martin Tönnes, Beigeordneter für den Bereich Planung im Regionalverband Ruhr, zur Bedeutung des RS1: „2019 ist für den Radschnellweg Ruhr das Jahr der Spatenstiche und Eröffnungen. Hier in Mülheim wurde der nächste Abschnitt fertiggestellt und an vielen Stellen im Ruhrgebiet wie in Gelsenkirchen, Bochum oder Dortmund wird bereits jetzt bzw. in Kürze gebaut. Damit ist der RS1 bundesweit am weitesten fortgeschritten. Alle Beteiligten - Land, Städte und RVR - wollen den RS1 Realität werden lassen und zeigen, wie aus einer kühnen Vision ein konkretes und erfahrbares Erlebnis in der Metropole Ruhr wird.“

Stadt-Viadukt und Ruhrbrücke Mülheim

Der Stadt-Viadukt und die Ruhrbrücke Mülheim sowie die Vorlandbrücke westlich der Ruhr sind ein durchgängiges Bauwerk, das 1864/65 nach Plänen von Oberbaurat Emil Hermann Hartwich errichtet wurde.
Die Anlage wurde von der Rheinischen Eisenbahn-Gesellschaft erbaut und war Teil der Bahnstrecke Osterath–Dortmund Süd in Mülheim an der Ruhr. Die Strecke zweigte bei Osterath von der linksniederrheinischen Strecke ab und führte ab 1866 über Mülheim nach Essen, später auch zur Zeche Holland in Wattenscheid (1867) und bis nach Dortmund (1874).

Über die Ruhr spannten zwei Eisenbögen, der dritte über die noch vorhandene Ruhrstraße. Links und rechts des Flusses schließt sich der Stadt-Viadukt an, insgesamt besteht das Bauwerk aus 39 Bögen. Eine Million Ziegelsteine wurden verbaut, der dafür notwendige Mörtel in eigens dafür errichteten Mühlen auf beiden Seiten der Ruhr hergestellt. Die drei Eisenbögen wogen zusammen 500 Tonnen, 6800 Nieten wurden eingeschlagen.

Am Ende des Zweiten Weltkriegs wurde der mittlere Bogen durch das Militär gesprengt. Die Brücke wurde jedoch bald darauf eingleisig mittels einer Hilfskonstruktion wieder benutzbar gemacht.

Im Jahre 2002 wurde die Strecke stillgelegt. In den Viaduktbögen im Stadtbereich waren Markthallen, Geschäfte und Lagerräume untergebracht, heute sind sie offengelegt.



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Volker Wiebels
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