ZEITZEICHEN 20. August 1920: Gründung des HTC Uhlenhorst

Feldhockey fand – genau wie Fußball – über England seinen Weg nach Deutschland. Britische Gäste brachten den Sport nach Hannover und Heidelberg, wo 1887 die ersten Spiele ausgetragen wurden. Der erste deutsche Hockeyverein wurde 1898 gegründet: Der „1. Hamburger Hockey Club“, der 1901 im „Uhlenhorster Hockey-Club“ aufging. Als der Sport bei den Olypmpischen Spielen 1908 in London seine Premiere feierte, stellte dieser Verein die komplette deutsche Olympiamannschaft.

Die erfolgreichen „Uhlen“ aus der Hansestadt hatte der sportbegeisterte Mülheimer Ferdinand Mohr möglicherweise im Kopf, als er 1914 Überlegungen anstellte, auch in seiner Heimatstadt einen Hockeyverein zu gründen. Die Schläger waren bereits angeschafft, als der Erste Weltkrieg ausbrach und alle Vorbereitungen zunichte machte. Im Sommer 1920, nach dem Ende des Krieges und dem Abklingen des Ruhrkampfes, war endlich genug Ruhe eingekehrt, um sich der lange aufgeschobenen Vereinsgründung zu widmen. Am 20. August trafen sich zu diesem Zweck 15 Männer, alles ehemalige Kriegsteilnehmer im Alter zwischen 25 und 40 Jahren, im Weinzimmer des Hotels Monopol. In dem Namensbeschluss „Hockeyklub Uhlenhorst Mülheim“ (die Tennissparte kam erst 1924 dazu) drückt sich die Lage des Spielgeländes aus, das im Uhlenhorst (gegenüber dem Uhlenhorstrestaurant) lag und dem Verein von der Broich-Speldorfer Wald- und Gartenstadt AG zur Verfügung gestellt wurde. Es war ein abschüssiges Terrain, eine Landschaft aus Heide und Sand, die erst einmal ausgiebig bearbeitet werden musste, bevor an einen Spielbetrieb zu denken war. Bis zur Fertigstellung eines Clubhauses (1927) diente die benachbarte Uhlenhorst-Gaststätte als Umkleidegelegenheit sowie als Lagerort für die Hockeytore.

Während die hockeyinteressierten Frauen bis zur Einrichtung einer Damenabteilung (1922) noch etwas warten mussten, konnten die 15 Gründungsmitglieder als 1. Herrenmannschaft sofort loslegen. Erste Gegner waren schon bestehende Clubs aus den Nachbarstädten wie Preußen Duisburg und der traditionsreiche Club Raffelberg. Letzterer hatte bei Ferdinand Mohr als Vorbild Pate gestanden bei der Idee eines Hockeyclubs auf Mülheimer Stadtgebiet. Bezüglich des Vereinsnamens hatte man im Übrigen beim „älteren Bruder“ an der Elbe höflich angefragt, ob der gegen die Übernahme von „Uhlenhorst“ etwas einzuwenden hätte. Dies war nicht der Fall und so kam es, dass die erfolgreichen „Uhlen“ aus Hamburg nun Konkurrenz bekamen durch die bald nicht weniger erfolgreichen „Uhlen“ aus Mülheim.

Glanzpunkte gab es viele in der 100jährigen Geschichte des HTC Uhlenhorst Mülheim. Der erste Titelgewinn als Deutscher Meister im Jahr 1950 zählt mit Sicherheit dazu, ebenso die erfolgreiche Teilnahme von drei HTCU-Spielern bei den Olympischen Spielen 1956 in Melbourne, als die deutsche Nationalmannschaft die erste olympische Medaille nach dem zweiten Weltkrieg gewann. Geehrt wurden „Zam“ Schmidt sowie die Brüder Helmut und Wolfgang Nonn dafür anschließend mit einem Empfang bei Oberbürgermeister Thöne samt Eintrag ins Goldene Buch der Stadt (siehe Foto). Weitere Meistertitel des Vereins (insgesamt 18), dazu zahlreiche olympische Medaillen (4 Mal Gold, 2 Mal Silber, 2 Mal Bronze) von HTCU-Spielern in der deutschen Herren- und Damennationalmannschaft sollten folgen.











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