Demokratie leben!

Demokratiekonferenz stieß auf ein breites Interesse

Unter dem Motto „Wie wollen wir miteinander leben?“ stand die 1. Demokratiekonferenz für Mülheim an der Ruhr. Vordergründig wurde das Thema „gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit“ und deren Ursachen und Folgen behandelt.

v.l. Moderator Serge Embacher, Oberbürgermeister Ulrich Scholten und CBE-Geschäftsführer Michael Schüring.

Fotos: Walter Schernstein

130 Teilnehmende zählte die Veranstaltung in der Aula der Willy-Brandt-Schule die gemeinsam vom Centrum für bürgerschaftliches Engagement e.V. und dem Amt für Kinder, Jugend und Schule organisiert wurde. Interessierte aus den Mülheimer Schulen, Studenten der Hochschule Ruhr West und Mitarbeitende aus Verwaltung und Vereinen aber auch Bürgerinnen und Bürger kamen zusammen, um über das Zusammenleben in der Stadtgesellschaft ins Gespräch zu kommen. Eröffnet wurde die Konferenz von dem Poetry-Slammer Dennis Kirschbaum (I-Slam) der in der angesagten Dichtkunst des „Poetry-Slams“ einen Text vortrug.

Poetry-Slammer Dennis Kirschbaum (I-Slam) eröffnete die Veranstaltung.

Nach der offiziellen Begrüßung durch den Oberbürgermeister wurde das Publikum von Moderator Dr. Serge Embacher mit einem Warm-up auf einen diskussionsreichen Tag eingestimmt.

Ulrich Scholten verdeutlichte bereits in seiner Eröffnungsrede, dass die Abwertung und Ausgrenzung von Menschen, weil sie einer bestimmten Gruppe angehören, auch in Mülheim an der Ruhr keine Randerscheinung sei. Denn sie sei leider auch bei uns in der Mitte der Gesellschaft verankert.

Warm-up: Im Vordergrund links Brita Russack (Leitung Koordinierungsstelle Bildung) und rechts Dr. Sonja Clausen (Leitung Kommunales Integrationszentrum)

Diese These vertiefte Professor Dr. Thomas Kron von der Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule (RWTH) Aachen in seinem Impulsvortrag, indem er bundesweite Zahlen zu den aktuellen Ausgrenzungstendenzen vorstellte.

Asylsuchende und geflüchtete Menschen, Langzeitarbeitslose und Neuankömmlinge erfahren am häufigsten Ausgrenzungs- und Abwertungstendenzen. Auch die anderen sogenannten „Syndrome“ der gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit dürfe man nicht Außerachtlassen. Als Erklärungen für eine Ideologie der Ungleichwertigkeit zog Kron zwei mögliche Erklärungen heran. So benannte er das unternehmerische Selbst und den permanenten Zwang zur Selbstoptimierung als einen der wesentlichen Gründe. Ein weiterer Grund sei das sogenannte Schwarz-Weiß-Denken vieler Menschen. Im Anschluss stellte sich Professor Kron in einer Diskussionsrunde den Fragen des Publikums.

Professor Dr. Thomas Kron von der RWTH Aachen hielt einen Impulsvortrag.

Am Nachmittag konnten die Teilnehmenden sich auf einer Ausstellung über umgesetzte Vorhaben zur Demokratieförderung im Rahmen des Bundesprogramms informieren. Nach einer kurzen Pause gab es dann die Wahl zwischen acht Workshops, um über Ansätze und Methoden zu sprechen, wie man als Bürgerinnen und Bürger wertschätzend miteinander umgehen kann. So gab es einen Crashkurs zum Thema Stammtischparolen. In einem argumentativen Training wurden Gesprächsstrategien entwickelt, wie man mit provokanten Rednern umgeht und richtig argumentiert. Eine weitere praktische Übung bot Gilberte Driesen vom Mülheimer Verein Axatin e.V. an, die mit ihrer Workshoprunde unter partizipativem Einsatz Vorurteile und Stereotypen beleuchtete. In zwei freieren Workshopformaten, organisiert vom Barcamp Ruhr und der Initiative der offenen Gesellschaft, lernten die Teilnehmenden neue Beteiligungsformate kennen wie die Kneipen-Box oder das Lichtermeer und sammelten Impulse für ihre tägliche Arbeit.

Es gab zahlreiche Informationen rund um das Thema "Demokratie leben!"

Moderator Dr. Serge Embacher widmete sich in seinem Workshop dem Thema „Demokratie als Haltung“. Die Teilnehmenden berichteten, wie schwierig es war, bei der Bearbeitung der Aufgaben durchgehend eine demokratische Haltung zu bewahren. Es sei interessant gewesen, sich dieser Herausforderung gestellt zu haben.
Zum Abschluss des Tages wurden die Ergebnisse der Workshops vorgestellt und einzelne Ideen und Initiativen haben sich entwickelt, an den Themen weiterzuarbeiten.

Auch die Organisatoren, CBE-Geschäftsführer Michael Schüring und Brita Russack (Leiterin der Koordinierungsstelle Bildung der Stadt Mülheim an der Ruhr) bedankten sich für den spannenden Tag und die Mitarbeit aller Beteiligten. Denn Demokratie lebe nur durch die Menschen, die sich engagieren.

Große Resonanz bei der "1. Demokratiekonferenz" in der Aula der Willy-Brandt-Schule.

Die Konferenz wurde im Rahmen der Mülheimer Partnerschaft für Demokratie umgesetzt und durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert. Alle weiteren Elemente des Programms wie die Förderung von Einzelmaßnahmen finden Sie auf der Seite des CBE.

Weitere Eindrücke von der Veranstaltung erhalten Sie in der Bildergalerie: "Demokratie leben!"



Kontakt:

Annkatrin Boy
0208 455 4785