Salamanderfresser bedroht einheimische Feuersalamander

Durch eine eingeschleppte Pilzkrankheit werden vor allem Feuersalamander in ihren Beständen gefährdet, es ist von Totalverlusten von lokalen Populationen auszugehen.

Foto: Martin Schlüpmann / Biologische Station Westliches Ruhrgebiet

Neben dem Verlust von Lebensräumen und Umweltbelastungen werden nunmehr drei Krankheiten mit dem weltweiten Amphibiensterben in Verbindung gebracht. Der Salamander-Chytridpilz (Batrachochytrium salamandrivorans, kurz „Bsal“), auch „Salamanderfresser“ genannt, wurde erst im Jahre 2013 wissenschaftlich beschrieben. Der Salamanderfresser befällt vor allem die Haut von Molchen und im Besonderen von Feuersalamandern. Nach bisherigen Erkenntnissen zieht der Befall für fast alle betroffenen Salamander innerhalb kurzer Zeit den sicheren Tod nach sich.

Es ist wahrscheinlich, dass der Pilz durch befallene asiatische Molche (z.B. Feuerbauchmolche) nach Europa gebracht wurde. Bei im Freiland lebenden ostasiatischen Molcharten ist der Pilz inzwischen mehrfach nachgewiesen worden. Weiterhin liegen Nachweise des „Salamanderfresser“-Pilzes von Terrarientieren aus Deutschland, der Schweiz und Großbritannien vor.

Bis 2015 wurde der Salamander-Chytridpilz im Areal Niederlande, Belgien und der Eifel nachgewiesen. In der niederländischen Provinz Limburg führte er zu gewaltigen Bestandseinbrüchen bei Feuersalamandern.

Dass sich der Salamander-Chytridpilz leider nicht nur auf dieses Areal beschränkt, wurde durch den Nachweis befallener Feuersalamander im Juli 2017 im Essener Stadtwald bewiesen.

Inzwischen liegen weitere positive Befunde auch aus Mülheim an der Ruhr, im Bereich Broich-Speldorfer Wald, vor. Seit 2017 ist der Pilz an vielen weiteren Standorten in Essen, Bochum, Witten, Dortmund, Hattingen, Velbert nachgewiesen worden, diese Nachweise sowie aktuell beobachtete Massensterben von Feuersalamandern geben Anlass zu großer Besorgnis.

Foto: Daniela Specht

Der Salamander-Chytridpilz kann bereits über den Transport von feuchter, infizierter Erde verbreitet werden, die sich in Schuhwerk oder Rädern festgesetzt hat. Auch über mit Sporen infiziertem Wasser, das sich unter anderem an Füßen von Wasservögeln oder an Hunden befindet, kann eine Ausbreitung unfreiwillig erfolgen.

Die aktuelle Situation erfordert eine erhöhte Aufmerksamkeit und verantwortungsbewusstes Handeln. Die Feuersalamander-Populationen in Mülheim an der Ruhr und der Umgebung sind weiterhin genau im Blick zu halten, um Bestandseinbrüche frühzeitig festzustellen.

Was Sie tun können:

Weiterführende Informationen finden Sie bei der Biologischen Station Westliches Ruhrgebiet (BSWR), dem Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (LANUV NRW).

Weiterführende Links:



Kontakt:

Daniela Specht
0208 455 7035