Das Blutspende-Dilemma in Coronazeiten

Blutspenden werden dringend benötigt, aber Termine brechen weg

Der DRK-Blutspendedienst West steht vor einer großen Herausforderung. Einerseits steigt der Bedarf an Blutpräparaten momentan stark an – andererseits kann der DRK-Blutspendedienst den Bedarf kaum decken, weil die gesamte Terminstruktur des Blutspendedienstes durch Corona zerstört wurde. Ein Dilemma, aus dem es aktuell nur einen Ausweg gibt: Die Blutspendetermine, die weiterhin öffentlich angeboten werden, müssen unbedingt angenommen werden.

Alles aus einer Blutspende (Foto: DRK-Blutspendedienst West)

Nachdem sich der Blutspendedienst des DRK von Beginn der Coronapandemie an darauf einstellen musste, weit weniger Blut für die Versorgung der Patienten bereitzustellen, weil die Kliniken ihre Kapazitäten für die Norfallversorgung der CoV-Sars-2 Patienten umstellten, schalten diese nun wieder in den Normalbetrieb. Es wird wieder operiert und sogenannte elektive Eingriffe werden vorgenommen. Dadurch steigt der Bedarf an Blutspräparaten sprunghaft an. Die DRK-Blutspendedienste arbeiten versorgungsorientiert – die Menge von Blutkonserven, die in Therapie und Notfallversorgung benötigt werden, stellen die Blutspendedienste bereit. Jahrzehntelange Erfahrungswerte helfen dabei, Bedarf und Aufkommen möglichst im Einklang zu halten. Auch, wenn es im Jahresverlauf immer schwierige Zeiten, wie Ferien- oder Feiertage gibt, so ist die Versorgung mit Blutpräparaten in Deutschland sehr sicher.

Corona bringt das System ins Wanken - der Blutspende-Kompass funktioniert nicht mehr

Der DRK-Blutspendedienst West sieht sich einer extrem dynamischen Entwicklung ausgesetzt. Neben der Dynamik beim Blutbedarf der Kliniken, verändern sich im Blutspendewesen gelebte Strukturen und Koordinaten in einem noch nicht gekannten Maße. Terminstrukturen, die sonst große Stützen der Blutspende-Arbeit waren, existieren nicht mehr:

Der DRK-Blutspendedienst hat seit Beginn der Corona-Pandemie seine Abläufe angepasst, um die Sicherheit für alle Beteiligten zu garantieren. Zu den alternativlosen Änderungen gehört, dass die Butspenderliegen mit Abstand aufgestellt werden. Das verringert zum einen in vielen Räumen die Zahl der Liegen, die platziert werden können; zum anderen steigt der Bedarf an großen Räumen (zum Beispiel Turnhallen).

Der Pressesprecher des DRK-Blutspendedienst West, Stephan David Küpper rechnet vor: „Bereits jetzt fehlen dem DRK-Blutspendedienst über 650 ursprünglich geplanter Termine (bis Ende August) bei weiterhin täglich eingehender Absagen. Hinter diesen 650 Terminen stehen über 26.000 Blutkonserven! Da auch der DRK-Blutspendedienst davon ausgeht, dass das 2020 mit Corona bedingten Einschränkungen zu Ende gehen wird, zeichnet sich für das letzte Quartal ebenfalls ein düsteres Bild beim Blutspendeaufkommen“.

Was ist zu tun? Wie kann man helfen?

Der DRK-Blutspendedienst West bittet die Bevölkerung, auch weiterhin die Blutspende beim DRK zu unterstützen. Das Blutspendewesen benötigt dringend regelmäßige Blutspender – jetzt so dringend, wie noch nie! An die Entscheider auf kommunaler Ebene appelliert der DRK-Blutspendedienst ebenfalls: „Lassen sie die Blutspende nicht im Regen stehen, nur mit einem Dach über dem Kopf, das uns als Spendelokal dient, können wir arbeiten“, so Küpper. „Niemand muss sich Sorgen machen, dass eine Blutspendeaktion erhöhte Risiken für die Teilnehmer oder Nutzer der Räumlichkeiten darstellt. Als pharmazeutisches Unternehmen unterliegt der Blutspendedienst West strengen gesetzlichen Vorgaben. Diese Vorgaben schreiben im Bereich der Arzneimittelherstellung konkrete Hygienemaßnahmen fest, die einzuhalten sind. Hierzu gehören ein Hygienerahmenplan sowie prozessorientierte Hygienemaßgaben“, so Küpper weiter.
Wer Blut spenden möchte, muss mindestens 18 Jahre alt sein und sich gesund fühlen!

Antworten zu Fragen im Zusammenhang einer Blutspende in Coronazeiten, gibt der DRK-Blutspendedienst unter http://www.blutspendedienst-west.de/corona.

Sicherheitshinweise:


Die Abläufe auf den Blutspendeterminen wurden angepasst, um diese Termine für alle Beteiligten in Zeiten des Coronavirus sicher zu halten. Vor der Blutspende werden Körpertemperatur, Puls, Blutdruck und Blutfarbstoffwert (HB-Wert) überprüft. Zum Blutspendetermin bitte, auch als langjähriger Spender, unbedingt den Personalausweis mitbringen. Im Labor des Blutspendedienstes folgen Untersuchungen auf verschiedene Infektionskrankheiten, jedoch nicht auf das Coronavirus oder Antikörper des Virus im Blut. Blutübertragungen (Bluttransfusionen) sind für die Patienten nicht gefährlich auch dann nicht, falls ein Blutspender oder eine Blutspenderin erkrankt gespendet haben sollte.

Blutspendetermine in Wohnortnähe sowie weitere Informationen finden Sie unter www.blutspendedienst-west.de.